"In zehn humorvollen Reportagen schaut Frank Rumpf hinter die Kulissen der Touristikindustrie." -- Die Zeit


"Der bekannte Reiseautor erkundet das Innenleben der Urlaubsmaschinerie." -- Hamburger Abendblatt


"Nach 200 Seiten macht Ihnen niemand mehr etwas in Sachen Urlaubserfahrung vor; Sie könnten sogar ganz auf die eigene Kompetenz verzichten und dennoch bei jeder Spätsommer-Party im Smalltalk bestens mitreden." -- Westfalenpost


"Der Reisende ist ein Wiederholungstäter. In seiner Entdeckungsfreude, seinem Bedürfnis nach Räucherlachs am Frühstücksbuffet und einem katalogweißen Panoramastrand - und in seiner Kritik. ... Solchen Fragen geht Frank Rumpf in dem Band «Ohne Sand kein Strand» nach - er hat die Tourismusindustrie von innen besucht. -- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung


"Wer kennt nicht die Stolpersteine des Urlaubs? Der Reisejournalist Frank Rumpf war ihnen auf der Spur und sammelte Schräges und Witziges zur Traumfabrik Tourismus." -- Mallorca-Zeitung


    Malik 2011, 208 Seiten mit s/w-Abbildungen, 12.99 €

 

 

 

Auszug: "Die Reklamation"

Da war die Kundin, deren Pilot auf der Hinreise »zu schnell geflogen« war, um eine Verspätung aufzuholen. Urlaubsmindernde Folge: »Ohrenschmerzen«. Da war die Frau, in deren Hotelzimmer in Ägypten eine Gratisflasche Rotwein wartete, leider aber auch zwei Gläser – »obwohl doch bekannt war, dass ich allein unterwegs bin!« Ein Affront. Und da war das Ehepaar, dem im Apartment zwei zum Doppelbett zusammengeschobene Einzelliegen zu schaffen machten: »Hier rutschte nicht nur das Bett auf den Fliesen, sondern auch die Matratze vom Bett.« Ein Vollzug der Ehe war unmöglich, ein bisschen Improvisation offenbar auch: »Unser Familienleben war massiv beeinträchtigt.«

Urlaub ist auch ein halbes Jahrhundert nach Josef Neckermann ein Abenteuer. Denn die Gefahren lauern immer und überall. Afrikaner am Strand, andere Deutsche im Pool, zu hohe Wellen vor den Seychellen und zu niedrige Temperaturen im Zimmer. Schließlich, der liebste Feind des Pauschalreisenden, unbotmäßiges Servicepersonal. Beide Animateurinnen seien »dick und deshalb kaum auseinanderzuhalten«, beschwerte sich ein Urlauber auf Mallorca. Wir aßen doch bloß »einen Keks«, jammerte ein anderer in Italien, als ihn der Bademeister aus dem Pool verwies wegen wiederholten Verstoßes gegen das Verzehrverbot.

»Nein«, sagt Judith Rott, Leiterin des Kundenservice von Europas größtem Reisekonzern, der Tui in Hannover, »es gibt nichts, worüber sich unsere Gäste noch nicht beschwert haben.«

Ein Sechzehnjähriger wollte mit seiner gleichfalls minderjährigen Freundin und einer gefälschten Einverständniserklärung der Eltern für fünf Tage nach Mallorca ausbüxen. Nachdem die Mutter die Polizei alarmiert hatte, wurden die beiden Teenager am Düsseldorfer Flughafen gerade noch aus der startbereiten Maschine geholt. »Im Nachhinein«, schrieb der Junge zerknirscht mit verschnörkelter Kinderschrift auf Rechenpapier an den Reiseveranstalter, »tut es uns wahnsinnig leid, dass wir so unüberlegt und unverantwortlich gehandelt haben.« Die Einsicht war rührend, gleichwohl nur Teil des Anliegens: »Da wir nicht geflogen sind und uns nicht im Hotel aufgehalten haben«, fuhr der Junge fort, »wollten wir fragen, ob es möglich wäre, das Geld des geplanten Urlaubs zurückzubekommen. « Die getürkten Einverständniserklärungen lagen als Beweisstück im Original bei.

 

Weniger einsichtig zeigte sich eine Familie, die in der Türkei Erholung suchte – und für die Kinder günstige Markenkleidung. Folgender Schrieb erreichte die erstaunten Sachbearbeiter: »Ihre Reiseleiterin hat uns beim Welcome Drink gewarnt, nachgemachte Markenklamotten zu kaufen. Sie sagte, es würde bestraft, und die Sachen landen dann beim Zoll im Müll. Wir bekamen richtig Angst und haben uns leider daran gehalten.« Leider? Ja, denn bei der Rückkehr verzichtete der Zoll am Heimatflughafen dummerweise auf die Kontrolle – alle Skrupel umsonst. Eine »Unverschämtheit«, fand der Kunde, wobei nicht klar wurde, ob er die Zöllner oder die Reiseleiterin meinte, und schob vorwurfsvoll nach: seine beiden Kinder hätten »die gefälschte Kleidung gern getragen.« 

Vom Suchen, Buchen und Fluchen: Hinter den Kulissen des Urlaubs. Wer füllt die Reisekataloge mit Frühbucher-Schnäppchen? Wer bringt die Minibar in Schuss, spielt den Tour Guide, transportiert unsere Koffer? Malik, Juli 2011, 208 S., 12.99 €